Rechenschaftsbericht[zurück]

Referat des Präsidenten der Förderstiftung polaris, Herr Christian Fiechter, anlässlich der VSE-GV vom 6. April 2009 in Bern.

Die duale Berufsbildung ist eine der tragenden Säulen des Schweizer Ausbildungssystems. Weit über die Hälfte der Schulabgänger wählt diesen Ausbildungsweg. Die gesellschaftliche und demographische Entwicklung birgt die Gefahr in sich, dass wir in Zukunft zuwenig Lernende rekrutieren können. Gerade zurzeit kann man in der Presse lesen, dass die Maturitätsrate in der Schweiz stark erhöht werden soll, was die Situation noch verschärfen würde.

Eine der Hauptaufgaben des Verbandes muss es sein, die Berufsbildung zu fördern, um unseren Nachwuchs langfristig sichern zu können.

Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben wir die Stiftung polaris gegründet. Ich versuche in den nächsten Minuten, Ihnen den Stiftungszweck und die Absicht zu präsentieren.
Die Tätigkeit der Stiftung konzentriert sich auf die Branchen Eisenwaren und Haushalt, also auf das Kerngeschäft unseres Verbandes. Die Ausbildung bei unseren Mitgliedern soll zeitgemäss und für Lernende attraktiv sein.
Es muss uns gelingen, die berufliche Grundausbildung in unserer Branche In der Öffentlichkeit attraktiv zu positionieren. Unser Image sowohl des Eisenwarenhandels als auch des Detailhandelsangestellten soll verbessert werden. Heute steht sowohl die Branche als auch der Beruf bei den Jugendlichen nicht gerade an erster Stelle. Zudem wollen wir die Chancen aufzeigen, die in dieser Ausbildung stecken.
Im Sinne der Förderidee und Strategie der Stiftung sind natürlich vor allem der VSE und seine Mitglieder als Träger angesprochen. Da der Beruf des Detailhandelsangestellten auch in anderen Branchen bekannt ist, sind natürlich auch andere Interessengruppen aus Handel und Industrie zur Teilnahme eingeladen.
Wer hat nicht schon den Spruch eines Lehrers oder von Eltern gehört: Du hast doch das Zeug zur Kantonsschule. Bereits diese Aussage stempelt die Berufslehre zur Ausbildung zweiter Klasse. Genau dagegen müssen wir ankämpfen, wenn wir in Zukunft gute Lernende wollen. Wir müssen aufzeigen, dass die Berufslehre nach den verschiedenen Reformen eine gleichwertige Ausbildung wie die Mittelschule ist. Mit Berufsmittelschule, Fachhochschulen und weiteren Möglichkeiten stehen den Lehrabgängern alle Wege offen. Es liegt mir fern, Mittelschule und Berufslehre gegeneinander auszuspielen. Je nach Zukunftsplänen ist der eine oder andere Weg der richtige. Unser Ziel ist es, beide Wege als gleichwertig aufzuzeigen.
Neben dem Schwerpunkt Berufslehre geht es uns auch um die Branche Detailhandel. Jeder Kunde möchte in einem Detailgeschäft kompetent und freundlich bedient werden. Trotzdem geniessen Berufe im Detailhandel nicht das beste Image. Dagegen müssen wir ankämpfen und unser Image bei den Jungen verbessern. Dies soll mit der Darstellung von erfolgreichen Karrieren aus der Branche erfolgen.
Natürlich können wir mit unseren beschränkten Mitteln nicht die ganze Berufswelt verändern. Unsere Tätigkeit konzentriert sich vor allem auf Imagekampagnen und Öffentlichkeitsarbeit. Durch PR-Arbeit, Auszeichnung von erfolgreichen Lehrabgängern und guten Lehrbetrieben soll das Ansehen verbessert werden. Dabei ist aber auch Arbeit gegen innen notwendig. Das Bild gegen aussen muss den Tatsachen entsprechen. Deshalb müssen unsere Mitglieder motiviert werden, der Berufsbildung die notwendige Aufmerksam zu schenken. Ohne attraktive Lehrstellen nützt alles nichts. Die Arbeit wird von einem Stiftungsrat ausgeführt, der mit Exponenten aus der Branche und der Bildung besetzt ist.
Die Stiftung polaris hat klar das Ziel, gute Mitarbeitende heranzubilden. Es ist klar, dass es leider eine Anzahl Jugendliche gibt, die zuwenig Potential für eine Berufslehre haben. Für die Schweizer Wirtschaft wäre es aber fatal, wenn wir deswegen die Anforderungen an die Berufslehre senken würden Viel mehr muss es das Ziel der Gesellschaft sein, das Ausbildungsniveau der Jugendlichen zu verbessern. In diesem Sinne orientiert sich die Stiftung polaris ganz klar an Spitzenleistungen.

Meine Damen und Herren. Die Gesellschaft macht es sich heute vielfach einfach. Es werden Forderungen nach besseren Ausbildungen, Karrieremöglichkeiten, mehr Lehrstellen usw. gestellt Die Initiative dafür sollen aber andere übernehmen. Wir vom VSE wollen im Bereich Ausbildung das Heft selber in die Hand nehmen. Ein Baustein davon ist die Stiftung polaris, eine Stiftung von der Branche für die Branche.

In diesem Sinne lade ich Sie dazu ein, Mitglied der Förderstiftung zu werden. Unabhängig davon rufe ich Sie dazu auf, der Berufsbildung in Ihrem Unternehmen eine angemessene Bedeutung zu schenken. Dafür danke ich Ihnen.

Rechenschaftsberichte



   Rechenschaftsbericht 2016

   Rechenschaftsbericht 2015

   Rechenschaftsbericht 2014

   Rechenschaftsbericht 2013

   Rechenschaftsbericht 2012

   Rechenschaftsbericht 2010/11