Förderstiftung polaris – 9. Preisverleihung 2018

Fetzig und interkontinental – «polaris» am Branchentag 2018

Von links: Gregor Loser, Monika Schuhmacher (Fa. Finnshop, Wil/SG), Andreas Breitenmoser (Fa. Finnshop, Wil/SG), Elisabeth Fritz, Alfred Breitenmoser (Fa. Finnshop, Wil/SG), Doris Mathis (Fa. Finnshop, Wil/SG), Peter Burkhardt (Fa. Joggi, Murten), Sven Hurni, Liliane Kramer (Fa. Joggi Murten), Heinz Kramer (Fa. Joggi, Murten), Lilian Freiburghaus, Dylan Montefusco, Anita Aerne, Christian Fiechter (Präsident der Förderstiftung polaris).

Sie ist vom Jahrestreffen der Branche nicht mehr wegzudenken: Die Verleihung der Preise und Anerkennungen für die besten Lehrabsolventen und Ausbildungsbetriebe. In diesem Jahr gaben eine Live-Schaltung nach Kanada sowie ein neuer musikalischer Stil der Feier eine besondere Note.

Das Ziel der Förderstiftung polaris dürfte mittlerweile bekannt sein: Von Swissavant ins Leben gerufen, engagiert sie sich für die duale Berufslehre allgemein, und besonders im Detailfachhandel Haushalt und Eisenwaren. Neben Fortbildungen und Jugendanlässen, der Förderung von Fachliteratur (Buchreihe «Fit für …» von Gregor Loser) und politischer Lobbyarbeit sind es vor allem die jährlichen Ehrungen, mit denen sich polaris bemerkbar macht. Es sind Auszeichnungen für Bestleistungen an den üK- und Abschlussprüfungen sowie für die Ausbildungsarbeit engagierter Betriebe der Eisenwaren- und der Haushaltbranche. – Mit ihrem Gesamtpaket an Initiativen und Leistungen will die Stiftung das Image der dualen Berufsbildung stärken. Sie setzt sich dafür ein, dass sich immer wieder geeignete junge Leute für eine Ausbildung im Detailhandel entscheiden. Denn die kompetente persönliche Beratung soll dem Fachhandel als Trumpf erhalten bleiben.

«Die Ausbildner in ihren Betrieben spielen eine entscheidende Rolle für das Gelingen einer Lehre. Wir müssen auch sie sorgfältig auswählen und weiterbilden.»

Christian Fiechter

Tradition: Die Gedanken der Stiftungspräsidialen
In seinen Geleitworten erinnerte Stiftungsratspräsident Christian Fiechter an den Stellenwert der dualen Berufslehre in der Schweiz: «Viele Branchen, Gewerke und Lieferanten sowie ungezählte KMU-Betriebe sind auf gut ausgebildete und motivierte Berufsleute angewiesen.» Der Drang zu Mittelschule und akademischer Laufbahn nehme zu. Entsprechend gelte es, die jungen Menschen aktiv für eine Berufslehre zu begeistern und ihnen in der Ausbildung Sorge zu tragen. Am besten sei der Kontakt zu geeigneten Kandidaten schon vor Lehrbeginn zu suchen und zu halten. Aber es sei unstrittig: «Die heutigen Jungen sind kritischer. Dafür sind sie nach der Ausbildung selbständiger im Denken und können meist mehr Verantwortung übernehmen.»

Schwungvoll: Die Musik von «MG Grace»
Neu war auch der musikalische Rahmen. Erstmals fetzte ein Rock’n Roller so richtig los und heizte den gestandenen Männer und Frauen mit Gitarre und rauchiger Stimme gehörig ein. Bei allem Respekt für die bisherigen Darbietungen an der polaris Preisverleihung: «MG Grace» und seine Musik passten wohl bestens zu den Jungen, um die es bei polaris geht. Der Entertainer versetzte so manches ergraute Haupt in rhythmische Zuckungen und liess die Sorgen des Alltags und die trockene Atmosphäre einer verbandlichen Generalversammlung für einen Moment vergessen. Hand auf's Herz: Hin und wieder würde uns auch im Alltag ein spontanes «Shake, Rattle and Roll» gut tun, oder?

Mit Engagement und Verantwortung
Stiftungsratspräsident Christian Fiechter betonte bei der Auszeichnung der beiden besten Ausbildungsbetriebe 2017 den Einsatz und das ideelle Engagement der beiden Firmen. Sie liessen sich auch in turbulenten Zeiten nicht beirren: «Ausbilden steht für Verantwortung und soziales Denken. Wer heute mit Hingabe ausbildet, weiss, was er will – und warum er es tut. Ich meine damit die feste Überzeugung, dass das eigene Tun richtig, wichtig und sinnvoll ist! Diese Haltung wollen wir anerkennen».


Wertschätzung für die Besten

Lilian Freiburghaus hat ihre Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau Haushalt in der Migros-Genossenschaft Aare in Köniz gemacht. Mit der Abschlussnote von 5,5 ist ihr eine Spitzenleistung gelungen, die wir gerne anerkennen. Frau Freiburghaus berichtete uns begeistert von der Lern-App für die überbetrieblichen Kurse. Damit habe das Lernen wirklich Spass gemacht. Für Frau Freiburghaus war es eindrücklich, einen Chefwechsel zu erleben und Chefs zu sehen, die mitarbeiten. Für sie ist «Haushalt» viel abwechslungsreicher und spannender als etwa „Food“. – Frau Freiburghaus denkt an eine Weiterbildung zur Kauffrau.



Dylan Montefusco hat die Ausbildung zum Detailhandelsassistenten ebenfalls mit der Abschlussnote 5,5 beendet. Er hat die Attest-Ausbildung bei Coop in Lausanne gemacht. Herr Montefusco hat seine Ausbildung sehr interessant erlebt. Er schätzte vor allem die überbetrieblichen Kurse und die internen Schulungen bei Coop. Mit Einsatz und Freude am Beruf hat er das beste Lehrabschlussresultat im ganzen Kanton erreicht. Dylan Montefusco macht weiter und ist bereits in der Ausbildung zum Detailhandelsfachmann. Er will seine Kenntnisse vertiefen, und wenn möglich eine berufliche Fortbildung absolvieren.

 

Raffaella Schauber hat ihre Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau Haushalt im Fachgeschäft «Cascade» in Luzern mit der Note 5,5 abgeschlossen. Frau Schauber, Sie haben uns von Ihrer abwechslungsreichen Arbeit und Ausbildung erzählt. Kundenberatung, Newsletter oder die Pflege der Website machten Ihnen Freude, besonders aber das gepflegte Sortiment. «Jedes Stück erzählt eine Geschichte!» sagten Sie uns mit Begeisterung. Sie wollen der Haushaltbranche treu bleiben, das freut uns sehr. Zuerst aber solle es schulisch noch weitergehen.

 

Anita Aerne hat ihre Lehre im Haushaltfachgeschäft Josef Giger AG in Uznach absolviert und die überbetrieblichen Kurse mit 94,5 (von 100) Punkten respektive der Bestnote von 5,7 absolviert. Die Ausbildung, gute Schulnoten und zufriedene Kunden – das gab ihr immer wieder Freude und Motivation. Und der gute Abschluss ist für sie die Krönung einer spannenden Lehrzeit. Frau Aerne möchte in der Haushaltbranche bleiben – Genaueres weiss sie dazu noch nicht – aber das kann ja auch spannend sein.

 

Elisabeth Fritz hat ihre Ausbildung zur Detailhandelsfachfrau in der Quincaillerie Kaufmann & Fils in La Chaux-de-Fonds gemacht und die Schlussnote von 5,5 erreicht. Frau Fritz schätzt den Kundenkontakt in einem gut besuchten und gut assortierten Geschäft sehr. Und es macht ihr Freude, den Kunden mit einer guten Beratung zu helfen. Im Weiteren hat sie erlebt, dass Theorie und Praxis manchmal nicht übereinstimmen. – Ja, da kommt vor im Leben – und es ist gut, wenn man damit umgehen lernt. – Und leider musste Frau Fritz auch feststellen, dass es in der Schweiz noch immer «Machos» gibt. Auch das eine Erfahrung, die man – oder sagen wir besser «Frau» – im Leben irgendwie integrieren muss. Elisabeth Fritz arbeitet für die Berufsmatur. Eine zweite Berufslehre könnte folgen, aber auch eine Ausbildung zur Ausbildnerin oder im Marketing.

 

Sven Hurni hat die Ausbildung zum Detailhandelsfachmann bei der Immer AG in Uetendorf gemacht. Er hat mit der Traumnote 5,6 abgeschlossen. «Ich hatte eine tolle Lehrzeit» sage uns Herr Hurni. Er meint damit vor allem dankbare Kundschaft, die Kollegen in der Berufsschule und die Projektarbeiten, etwa bei Fahrzeugeinrichtungen. Ganz besonderen Eindruck hat ihm der erste überbetriebliche Kurs gemacht: «So viel Wissen ein einer Woche! Enorm lehrreich – aber auch anstrengend …!» Sven Hurni sieht sich künftig im Marketing. Mit den Hobbies Film/Foto, Kino und Musik könnte er aber auch in die Filmbranche wechseln.

 

Laudatio der Finnshop AG, Wil SG

«Wir leben Stil, Kultur und Charme!»

Nordisch? Zu weiten Teilen! Sorgfältig? Ganz sicher! Reichhaltig? Absolut! – So liesse sich die Finnshop AG mit Sitz in Wil (SG) im Telegrammstil beschreiben. Aber es steckt natürlich viel mehr dahinter! – Das Unternehmen bildet seit seiner Gründung Fachkräfte für den Detailhandel Haushalt aus. Die Förderstiftung polaris anerkennt diese Leistungen mit dem Preis als «Bester Ausbildungsbetrieb 2017».

Im Haus «Zum Stadtschützen», mitten in der Altstadt von Wil (SG), befindet sich der Hauptsitz der Finnshop AG. Man betritt dort ein wunderbares Ladengeschäft für Tischkultur, Haushalt, Geschenke, Deko, Möbel und Betten: Ein Reich der Sinne, der Fantasie und des guten Geschmacks. Unter dem Namen «Finnshop» gibt es in Frauenfeld und in St. Gallen je ein weiteres Geschäft. Neben dem Sortiment und dem hohen Anspruch an Flair und Kultur haben die drei Niederlassungen noch etwas gemeinsam: Sie sind in geschichtsträchtigen, denkmalgeschützten Altstadthäusern domiziliert und nutzen den Charme der alten Gemäuer, um eines zu erzeugen: Cachet!

Es begann in Finnland
Firmengründer Alfred Breitenmoser schaut gerne zurück: «Es war auf unserer Hochzeitsreise nach Finnland, wo wir ganz besondere Lampen entdeckten.» Der studierte Ingenieur, dessen Eltern ein Elektrofachgeschäft führten, erkannte eine Marktchance. Er importierte die Lampen und baute für die Herstellerin die Schweizer Generalvertretung auf. Es ging finnisch weiter, indem die Nachfrage nach Produkten aus dem skandinavischen Raum sprunghaft anstieg. «1975 eröffneten wir den ersten Laden in einer ehemaligen Arztpraxis in Wil, der zweite folgte bald. Wir führten auch skandinavische Möbel sowie die ersten Selbstbaumöbel für den Schweizer Markt.» Weitere Stationen waren eine Filiale in Herisau sowie der Erwerb der heutigen Liegenschaft «Zum Stadtschützen» im Jahr 1982 in Wil. Das wunderschöne Haus wurde als Möbel- und Haushaltartikelladen auf vier Stockwerken komplett umgebaut, ein Nebengebäude kam dazu. Es ging sodann in St. Gallen weiter, zuerst am Spisermarkt, später konnte man an der St. Galler Neugasse ein Haus erwerben. 1997 kam die Niederlassung in Frauenfeld dazu, wo 2008 nochmals ein Standortwechsel ins ehemalige Zürcher Tagsatzungshaus stattfand. Auch dies in ein ehrwürdiges Gemäuer. – Die heutigen drei Finnshop-Standorte in Wil, St. Gallen und Frauenfeld beschäftigen im Ganzen 30 Mitarbeitende.

«Wir haben seit 1975 immer Lernende ausgebildet. Es dürften bis heute an die 200 gewesen sein! Nach meiner Erinnerung haben alle bestanden – viele mit guten bis sehr guten Resultaten.»

Alfred Breitenmoser

Qualität und Kreativität
Man setzt auf natürliche Wertprodukte – Billigwaren, ungesunde Rohstoffe oder ökologisch fragwürdige Hintergrundprozesse sind für Finnshop kein Thema. «Wir suchen immer wieder neue Akzente und wollen die Trends proaktiv erkennen. Inspirationen holen wir uns an den grossen Messen Europas», meint Andreas Breitenmoser, Geschäftsführer und Inhaber in 2. Generation. Der Mix mache es aus. Es gehe um Kompetenz und «Gspüri» für die Wünsche anspruchsvoller Kunden, aber auch um das sinnvolle Zusammenspiel von Schönem und Praktischem. Know-how und stilsichere Beratung sind weitere Stärken, mit denen Finnshop die Kunden empfängt und betreut. Man begegne den Kunden mit wachem Interesse, wolle ihre Wünsche verstehen und suche miteinander die beste Lösung. Das setze solides Fachwissen und verkäuferisches Flair voraus und werde in Zeiten von Internet und Billigprodukten geschätzt. «Es heisst, wir machen die schönsten Geschenk- Päckli in der Region» lächelt Andreas Breitenmoser mit einem Fünkchen Stolz im Gesicht.

«Ich habe selbst auch eine Berufslehre gemacht. Eine Grundausbildung zu ermöglichen ist für uns auch eine gesellschaftliche Verpflichtung.»

Andreas Breitenmoser

Es muss passen!
Womit wir beim Thema Ausbildung wären. Lehrlinge, wie sie früher hiessen, waren bei Finnshop immer ein Thema: «Wir engagieren uns seit 1975 in der Berufsbildung und betreuen stets etwa acht Lernende im Detailhandel Haushalt». erläutert Andreas Breitenmoser. Finnshop begleitet demnach seit über vier Jahrzehnten junge Menschen in den Beruf – und damit in ein produktives und erfülltes Leben. Bis heute dürften es rund 200 gewesen sein! Im Wiler Finnshop ist Monika Schuhmacher für die Lernenden zuständig. Das breite und gepflegte Sortiment ist für sie eine gute Voraussetzung, um den ihr anvertrauten jungen Menschen eine spannende Lehrzeit zu bieten: «Es braucht aber auch Neugier und die Bereitschaft zu lernen, zu dienen und an sich zu arbeiten.» Die Erwartungen der Finnshop AG an ihre Lernenden beschränken sich nicht auf Fachwissen und gute Noten. Monika Schuhmacher fördert auch die soziale Kompetenz, also den zwischenmenschlichen Umgang mit den Kunden im Team. «Die Fähigkeit, ein kompetentes, unaufdringliches Gespräch zu führen und sanft zum Kaufabschluss zu bringen – das brauchen wir!»
Vielfach träten die jungen Menschen ihre Lehrzeit als schüchterne Jugendliche an und schlössen sie als selbstbewusste und offene Berufsleute ab. Um der individuellen Entwicklung der Jugendlichen gerecht zu werden, nutzt Finnshop auch das Modell «3-2-2». Gemeint ist die Möglichkeit, falls es zu Beginn der dreijährigen Fachleute-Ausbildung noch nicht richtig klappt, auf die zweijährige Assistentenausbildung umzusteigen und diese sauber durchzuziehen. Wenn der Knopf dann aufgeht, können die jungen Menschen den Detailhandelsfachmann/-fachfrau in nochmals zwei Jahren nachholen – und sind dann wirklich sattelfest. Ausschlaggebend für diesen kleinen Umweg ist die eigentliche Begabung für den Verkauf. Ausbildnerin Monika Schuhmacher resümiert: «Wenn uns das gelingt – und es ist gar nicht so selten – dann ist Ausbilden etwas Wunderbares!»

Die Förderstiftung polaris gratuliert herzlich!

«Wir nehmen im Zweifelfall lieber Lernende, die mittelmässige Schulnoten mit gewinnender Persönlichkeit kompensieren, als umgekehrt.»

Monika Schuhmacher

 

Laudatio der Firma von Joggi AG, Murten

«Die Auszeichnung belohnt uns alle!»

Gibt’s nicht? Gibt’s nicht! – Ein Wortspiel? Vielleicht! Vor allem aber ein Synonym für das immense Lagersortiment der Joggi AG in Murten. Die 35 000 Artikel, strukturiert in 10 Themenbereiche, sind ein ideales Trainingsumfeld. Der Ausbildungsbetrieb vermittelt seinen Jungen aber noch mehr: Werte wie Teamverantwortung und Leistung im Kollektiv gelten viel. – Die Förderstiftung polaris würdigt die Berufsbildung bei der Joggi AG mit dem Preis als «Bester Ausbildungsbetrieb Eisenwaren 2017».

«Ausbilden heisst fordern, fördern und gefordertwerden … aber es lohnt sich!» Liliane Kramer ist seit 2011 Geschäftsführerin und Inhaberin der Joggi AG in Murten. Sie weiss, wovon sie spricht, denn ihr Unternehmen hat stets rund fünf Lernende im Detailfachhandel Eisenwaren und drei in weiteren Berufen bei sich. Man bildet schon lange aus, sehr lange … doch der Reihe nach.

Kontinuierlich gewachsen
95 Jahre ist es her, dass Ernst Joggi seinerzeit das Unternehmen als klassische Eisenwarenhandlung im mittelalterlichen Städtchen Murten gründete. «Haushalt, Sport und Eisenwaren für die Region Murten», so umschreibt Liliane Kramer das ursprüngliche Geschäftsmodell von 1923. Mit dem Sohn Sigwart Joggi verliess man 1974 die Stadtmauern und fand unweit vor den Toren in einer ehemaligen Getränkehandlung ein neues Domizil. 1990 übernahmen Ernst und Lisette Kramer die Firma und übergaben sie 2011 an ihre Tochter Liliane. Bereits 2003 hatte man das Gebäude erweitern können, 2017 erfolgte nochmals ein grosser Anbau. Zwischenzeitlich war auch noch die Firma Mäder Werkzeuge AG ins Unternehmen integriert worden. «Es ist schon wieder etwas eng», schmunzelt Liliane Kramer. «Aber der zentrale und gut erreichbare Standort ist ideal.» Heute setzen sich insgesamt 55 Mitarbeitende für den Erfolg der Firma ein. Neben den Lehrstellen im Detailhandel gibt auch je eine für Logistiker, KV und Kleingerätemechaniker.

«Die berufliche Mobilität in unserer Gesellschaft ruft nach mehr Ausbildungsplätzen und mehr Lehrabgängern. Wir brauchen mehr Berufseinsteiger als früher.»

Liliane Kramer

«Für uns alle ein Geschenk!»
Bei der Auswahl der angehenden Berufsleute schaut man auf die schulischen Kapazitäten. Diese alleine geben aber noch nicht Aufschluss über das Potenzial der Jugendlichen. «Wir beginnen nicht selten mit der zweijährigen Assistentenausbildung. Wenn wir die junge Person besser kennen, schalten wir gerne auf die dreijährige Fachausbildung um. Das hat sich bewährt!» Liliane Kramer schätzt die Auszeichnung zum «Besten Ausbildungsbetrieb 2017» sehr. Die Nachricht sei für sie eine grosse Ehre und Überraschung gewesen. «Aber», so präzisiert sie, «das ist natürlich eine Anerkennung für uns alle. Die Ausbildung bei uns ist wie ein Gesamtkunstwerk, zu dem viele Leute beitragen.» Das Kollektiv als Voraussetzung für den Erfolg, und damit auch für das Wohl des einzelnen, wird bei Joggi grossgeschrieben.

Es braucht mehr Berufsleute
Liliane Kramer kennt die aktuellen Herausforderungen des stationären Fachhandels bestens. Sie sieht aber für kompetente, leistungsfähige und kundenorientierte Fachgeschäfte weiterhin sehr gute Chancen. «Wir brauchen immer wieder gute Nachwuchskräfte, nicht zuletzt wegen der beruflichen Mobilität in unserer heutigen Gesellschaft.» Die Anstellung fürs Leben gibt es bekanntlich nicht mehr, nur schon deshalb nehme der Bedarf an Fachkräften generell zu. Jede Ausbildung eines jungen Menschen sei ein Einzelfall, und nicht selten gebe es Phasen, wo Geduld, Fingerspitzengefühl und auch mal eine klare Ansage nötig seien. Aber bisher sei praktisch aus allen jungen Leuten etwas «Anständiges» geworden, so Liliane Kramer. Man vermittle nicht nur Fachwissen und Verkaufstechnik, sondern wolle auch das Selbstwert- und Verantwortungsgefühl der Berufsanfänger wecken und stärken. «Unsere Jungen sollen wissen: Sie sind keine Nummern, sondern wertvolle Menschen. Menschen, die wir im betrieblichen Alltag schätzen und in unserer Branche dringend brauchen!»

Die Förderstiftung polaris gratuliert herzlich!

Mit der zweisprachigen Ausbildung bekommen unsere Jungen bedeutend mehr Möglichkeiten und Chancen

Heinz Kramer

 


 

Preisträger der Förderstiftung polaris

2018 Lilian Freiburghaus, Thörishaus
  Dylan Montefusco, Renens
  Raffaella Schauber, Luzern
  Anita Aerne, Lichtensteig
  Elisabeth Fritz, Le Cerneux-Veusil
  Sven Hurni, Seftigen
   
  Finnshop AG, Wil/SG
  Joggi AG, Murten
   
2017 Nadia Wattinger, Altnau
  Livia Zihlmann, Schüpfheim
  Belinda Zünd, Bronschhofen
  Mateo Matkovic, Neuhausen am Rheinfall
   
  Josef Giger, Uznach
  von Moos Sport + Hobby AG, Luzern
   
2016 Lea Hanimann, St. Gallen
  Matteo Lancellotti, Chiasso
  Isabel Schön, Andelfingen
  Michelle Wanner, Emmenbrücke
  Daniela Krähenbühl, Burgdorf
   
  Pro Table GmbH, St. Gallen
  Frigerio SA, Locarno
   
2015 Muriel Renevey, Fétigny
  Riccardo Tiné, Lugano
  Sidonia Giger, Waltensburg
  Markus Staufer, Huttwil
  Jan Kühne, Waldkirch
  Hans-Moritz Spahr, Erlenbach
   
  Markus Kleger, Flawil
  IMMER AG, Uetendorf BE
   
2014 Eliane Maurer, Suhr
  Eveline Portmann, Schüpfheim
  Anita Duff, Cumpadials
  Remo Stutz, Sarmenstorf
   
  Regalino AG, Langenthal
  F. + H. Engel AG, Biel
   
2013 Andreas Blättler, Hergiswil
  Quendy Werthmüller, Brione Verzasca
  Sandra Wenger, Grindelwald
  Gérard Frund, Courroux
  Maria Müller, Spiringen
  Andreas, Horath, Unteriberg
  Tanja Schärli, Werthenstein
  Daniela Scherrer, Bronschhofen
  Florian Steimer, Greifensee
  Regula Bommer, Amlikon-Bissegg
   
  A. Gisler AG, Hochdorf
  Peterhans Handwerkercenter AG, Würenlos
   
2012 Nina Doetzkies, Luzern
  Heidi Heimberg, Oberwil im Simmental
  Samantha Schlüchter, Madiswil
  Simon Gähler, Donzhausen
  Dominik Obrist, Winterthur
   
  Keller Ruswil AG, Ruswil
  von Siebenthal, Gstaad
   
2011 Andrea Bichsel, Aarberg
  Sonja Hartmann, Ebnat-Kappel
  Debora Wick, Seon
   
  Brunner GmbH ,Bassersdorf
  Zinsli Eisenwaren und Haushalt, Ilanz
   
2010 Ladina Blumenthal, Vattiz
  Thomas Frank, Subingen
  Sandra Heinrich, Unterägeri
  Nicole Lambrigger, Troinex
  Marc Lang, Basel
  Nathalie Sommer, Räterschen
  Samuel Thommen, Rümlingen
   
  Hauser Handwerk AG, Romanshorn
  A. Glaser AG, Lyss